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Der Traum von einem Europa ohne Faschismus
«Wir haben einen Traum…», Manifest-05

Wir haben einen Traum.
Wir haben einen Traum, in dem wir Europa frei von Faschismus sehen.
Wir haben einen Traum, dass sich das Grauen und die Tragödie des 20. Jahrhunderts im Europa des neuen Jahrtausends nicht wiederholen wird.

Wir verstehen, dass dafür die Bemühungen von Vertretern einzelner Staaten und Regierungen vollkommen unzureichend sind – damals, in der Mitte des 20. Jahrhunderts, besänftigten sie das Ungeheuer nur und versuchten, sich dabei die Hände nicht schmutzig zu machen. Präziser – sich nicht mit Blut zu besudeln. Es hat nicht funktioniert. Das Blut der unschuldigen Opfer würde ausreichen, Hundert Flüsse in ein weit entferntes Land zu füllen.

Wir verstehen, dass auch die Bemühungen bürgerlicher, menschenrechtlicher und antifaschistischer Organisationen nicht ausreichen, um unseren Traum zu verwirklichen.
Selbst heute gibt es europäische Städte (wir können sie euch nennen, wenn ihr wollt!), wo Jugendliche sich abends nicht auf die Strasse trauen und FaschistInnen und Nazi-Skins sich wie zu Hause fühlen.

Wir verstehen, dass echter Neofaschismus nicht nur Rassismus beinhaltet, sondern auch die Verherrlichung von Gewalt und Militarismus; ebenso wie Totalitarismus, das Bestreben zur Errichtung eines allmächtigen Staates, der für den einzelnen Menschen sorgt und fähig ist, diesen den Interessen einer «Mehrheit», einer «Nation» oder eines “Staates” zu opfern. Und oftmals erscheint uns das Ungeheuer des Faschismus nicht in all seinen drei Formen gleichzeitig, sondern zeigt nur einen seiner Köpfe, und dann sind wir nicht immer fähig es zu erkennen…
 
Wir verstehen, dass nur wenn Tausende und Millionen normaler EuropäerInnen – Staatsbedienstete, StudentInnen, PolizistInnen, KellnerInnen, Geschäftsleute, LehrerInnen, ArbeiterInnen, ÄrztInnen – bereit sind (nicht bis auf das Äusserste entschlossen, aber doch zu simplen Handlungen bereit – wie die Teilnahme an Aktionen, das Aufhängen eines antifaschistischen Plakates am Arbeitsplatz, die Unterstützung einer antifaschistischen Organisation), – nur dann werden wir unserem Traum näherkommen.

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